Kloster Santuari de Lluc – Wallfahrtsort auf Mallorca

Das Kloster Santuari de Lluc befindet sich im Nordwesten von Mallorca, in einem traumhaften Talkessel, der sich auf einer Höhe von etwa 500 Metern befindet. Von der Inselhauptstadt Palma benötigst du mit dem Mietwagen etwa 1 Stunde bis hierher. Alternativ kannst du aber auch mit der Buslinie 312 von Inca aus zum Kloster fahren. Ein Ausflug hierher lohnt sich jedenfalls immer, denn der Ort ist nicht nur der wichtigste Platz aller Gläubigen auf Mallorca, sondern auch durch die Lage der umgebenen Berge des Tramuntanagebirges ein herrliches Ziel, abseits der Strände und der Touristenhochburgen.

Das Kloster Santuari de Lluc auf Mallorca

Zu den sehenswerten Gebäuden, die teilweise aus dem 14. Jahrhundert stammen, gibt es noch einen sehr schönen botanischen Garten. Das Santuari de Lluc ist nicht nur das spirituelle Zentrum der Insel, sondern auch das Ziel vieler Pilgerer und Wanderer. Das Ein-Sterne-Gästehaus verfügt über 120 Zimmer und bietet alles für eine schöne Unterkunft in historischen Mauern, inmitten einer tollen Berglandschaft.

Geschichte des Santuari de Lluc auf Mallorca

Auch schon weit vor der Errichtung der ersten offiziellen Kapelle des Santuari de Lluc, im Jahr 1230, war die Gegend des heutigen Klosters ein vermutlich heiliger Ort auf Mallorca. Dies belegen zumindest viele Fundstücke aus Gräbern und den umliegenden Höhlen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass schon im 4. Jahrhundert vor Christus das kleine Tal zwischen den Bergen eine heilige Stätte für die Bewohner der Insel war. 

Die Gründungslegende stammt allerdings aus den Jahren der christlichen Rückeroberung der Insel und der Vertreibung, der bis dahin herrschenden Mauren und deren islamischen Glauben. So soll ein maurischer Hirtenjunge, dessen Eltern zum christlichen Glauben konvertiert waren, an einem Bach des heutigen Klosters Lluc eine dunkle Marienstatue gefunden haben. Diese brachte man in die nächstgelegene Kirchenkapelle nach Sant Pere d’Escorca. Am nächsten Tag war die Statue allerdings verschwunden und tauchte am ursprünglichen Fundort wieder auf. Abermals brachte man sie wieder zu der Kapelle, aber als sich das Spiel am nächsten Tag wiederholte und die Marienstatue wieder am Ufer des Baches auftauchte, entschloss man sich an Ort und Stelle eine Kapelle zu errichten. Auf diese Begebenheit geht auch der eigentliche Name des Klosters auf Mallorca zurück, Santuari de Santa Maria de Lluc.

Die Kirchenkapelle des Kloster Lluc

Hoher Pilgerstrom machte eine fortlaufende Erweiterung der Anlage notwendig

In den folgenden Jahrhunderten wurde die Pilgerstätte immer mehr erweitert und ausgebaut. Wegen dem großen Zustrom zum Wallfahrtsort legte man im 14. Jahrhundert eine Straße von der Stadt Inca zum Kloster Lluc an. Für die hohe Anzahl an Gläubigen wurde um das Jahr 1586 die sogenannten Laubengang-Häuser für Besucher und deren Pferde errichtet. Der Renaissance-Springbrunnen, der sich vor dem Eingang des Hauptgebäudes befindet, stammt von 1589. Im Jahr 1691 wurde der heutige Kirchenbau der Església de Lluc vollendet. Die große Herberge entstand allerdings erst im frühen 19. Jahrhundert.

Die sich heute in der Kirchenkapelle befindliche Marienstatue ist leider nicht mehr die Originale, die am Bachverlauf gefunden wurde. Sie verschwand noch im 13. Jahrhundert auf unerklärlicher Weise. Das heutige Standbild stammt von 1520 und trägt ein Jesuskind im Arm. Bei der päpstlichen Krönung der Statue durch Papst Leo XIII, bei der 1884 über 12 000 Pilger teilnahmen, wurde noch zusätzlich in die Arme des Kindes eine aufgeklappte Bibel hinzugefügt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfolgte dann der Ausbau des Kirchenraums im Stil des Neobarocks. Der sich im Norden an den Gebäuden anschließende botanische Garten wurde sogar erst in der Mitte des letzten Jahrhunderts angelegt.

Frontansicht der Kirche vom Santuari de Lluc

Ausflugsziel, Museum, Herberge und Kirchenwallfahrtsort

Wer auch heute noch eine Pilgerwanderung zum Kloster Santuari de Lluc auf Mallorca unternehmen möchte, kann dies mit Hilfe einer organisierten Tour jeden Sommer in Angriff nehmen. Seit 1974 findet nämlich an jedem ersten Samstag im August ein großer Fußmarsch von der Inselhauptstadt Palma nach Norden statt. Beim sogenannten „Marxa des Güell a Lluc a peu“ zieht es besonders junge gläubige Menschen von der Insel, aber auch aus vielen europäischen Ländern an.

Der historische Springbrunnen und Frontansicht

In einem Flügel des Hauptgebäudes des Kloster Santuari de Lluc befindet sich ein Museum, wo zum einen viele archäologische und geschichtsträchtige Funde von Mallorca ausgestellt sind, und man zum anderen viel zur Geschichte der Gebäude und des Wallfahrtsortes erfährt. Ebenso sind Kunstwerke und Gemälde regionaler Maler zu sehen. Geöffnet hat das Museum im Kloster Lluc von Montag bis Freitag von 10 bis 14 Uhr, der Eintritt kostet 5 Euro.

Ebenfalls ist hier in den Räumlichkeiten des Klosters ein Internat untergebracht. Der Schwerpunkt des Unterrichtes liegt dabei auf der musikalischen und natürlich der religiösen Erziehung. Der Kinderchor „Blauets“ ist im Übrigen auch auf dem europäischen Festland unter Experten nicht unbekannt und seine Wurzeln gehen bis in das 13. Jahrhundert zurück.

Interessante Wanderrouten in der Umgebung

Insgesamt kommen jedes Jahr über eine Million Besucher zum Kloster Lluc. Viele bleiben nur tagsüber und verweilen in der schönen Umgebung, besuchen die Kapelle mit der Marienstatue oder stärken sich in dem auf dem Gelände befindlichen Restaurant. Für eine Übernachtung steht das als Hotel genutzte Gästehaus zur Verfügung. Dies wird besonders von Wanderern gern gebucht, die den traditionellen Fernwander- bzw. Trockensteinmauerweg GR-221 in Angriff genommen haben. Diese 150 kilometerlange Route startet im Südwesten, in Port d’Andratx und verläuft durch das Tramuntanagebirge bis in den Norden nach Pollença.

Das Kloster Lluc ist ebenfalls ein beliebter Startpunkt, um den zweithöchsten Berg von Mallorca zu besteigen. Der Puig de Massanella ist etwa 1350 Meter hoch und befindet sich neben den größten Stauseen de Cúber und Gorg Blau. Wer es noch anspruchsvoller mag, kann durch die Schlucht des Torrent de Pareis nach Sa Calobra wandern. Diese Route ist aber wirklich nur für erfahrene Wanderer zu empfehlen.




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