Teil 1 – Haupt- oder Nebensaison? Wann ist Mallorca am schönsten?

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image1Im Sommer überfüllte Strände, auf den Straßen Mietwagen und Reisebusse wohin man sieht, Bars und Restaurants platzen gemeinsam mit den Hotels aus allen Nähten. So oder so ähnlich kennen die meisten die Insel. Aber was ist in der Nebensaison zwischen November und März? Wenn viele Hotels geschlossen haben und die Einheimischen durchatmen? Unsere Instagram-Umfrage, wo 79 Prozent die Neben- der Hauptsaison vorziehen machte uns neugierig. Wir wollten es genau wissen und waren vom 11. bis 14. Februar auf Mallorca um die Insel von einer ganz anderen Seite kennenzulernen. Was sind die Vor- und Nachteile und für wen ist es genau der richtige Zeitpunkt die Insel zu besuchen?

Beim Anflug des Flughafens „Son Sant Joan“ in Palma erkennt man noch kein Unterschied. Traumhaft schön wie immer ist es über die Insel zu fliegen. Wir landeten um 9:15 Uhr und der Tag war schon erwacht. Die Sonne strahlte bei etwa 10 °C. Angekommen fiel uns sofort auf, wie wenig Flugzeuge auf dem Rollfeld bzw. an den Gates standen. Schließlich fertigte der Flughafen 2018 im Rekordmonat August an einem Tag 1120 Flugzeuge und 190 000 Touristen ab. Das sind in den Sommermonaten sogar mehr Starts und Landungen als z.B. auf den großen Festland-Airports wie Barcelona oder Madrid. Vom Terminal C bis zu den Kofferbändern und Mietwagenstationen begegneten uns nur wenige Menschen. Keine Hektik wie sonst, keine Koffermassen und auch keine Gruppen mit Party-Mottoshirts. Dagegen tobte in Berlin-Tegel morgens um 6 Uhr sprichwörtlich „der Bär“. Wir hatten zum Beispiel in Palma noch nie so schnell unseren Mietwagen wie diesmal. IMG_8698

Unsere erste Station an diesem Tag war das Castell de Bellver. Hier erwarteten wir keine großen Erkenntnisse, wir hatten aber bei unserer Reiseplanung erschreckend feststellen müssen, dass wir bei unseren ganzen Mallorca-Reisen noch nie dort oben waren. Als wir die große und breite Straße zum Castell-Parkplatz hochfuhren, konnten wir uns aber ganz gut vorstellen, dass nicht umsonst links und rechts neben der Straße breite Standstreifen sind. In der Hochsaison sind diese bestimmt bis weit unten voll mit Mietwagen und Bussen. Wir hatten an diesem Tag traumhaftes Wetter erwischt und konnten nicht nur den Hafen, die Kathedrale und die schöne Stadt Palma sehen, sondern auch die schneebedeckten Gipfel des Tramuntana-Gebirges.

IMG_3159Da wir das Meer und die Strände wahnsinnig lieben, sollte es aber nun in Richtung Wasser gehen. Wir hatten unsere Unterkunft im Hotel „Viva Blue & Spa“ an der Playa de Muro und so wollten wir südöstlich die Insel abfahren. Also fuhren wir an die kleine Cala Canta und genossen erst einmal die Sonne und das rauschende Meer. Es gibt mit Sicherheit viele weiter schöne Orte auf der Welt. Aber für uns ist Mallorca wie eine zweite Heimat geworden und wir haben eine große innere Zufriedenheit wenn wir hier sein können. Da wir diesmal aber ja nicht nur zum Urlaub hier waren, ging es nach einer halben Stunde weiter.

Und wo sollte man den Unterschied zwischen Haupt- und Nebensaison krasser erleben, als in den Touristischen Hochburgen der Insel? Unser Weg führte uns also nach Can Pastilla bzw S´Arenal (den Begriff Ballermann ersparen wir uns an dieser Stelle). Urlaub gemacht haben wir hier nie. Als wir 2012 zum ersten mal auf der Insel in Sa Coma waren, fuhren wir bei einem Abstecher nur kurz aus Neugier die Strandpromenade ab. Damals wie heute können wir es nicht glauben, warum ein so kleiner geografischer Bereich ein solch schlechtes Klischee über die gesamte Insel gebracht hat. Wo seid ihr Cala Millor, Cala Ratjada, Alcúdia usw. Freunde? Wieso waren die Stimmen und Berichte des Sauftourismus in der Überhand an Stelle der Nachrichten über das wunderschöne Tramuntana-Gebirge oder solchen Traumorten wie Valldemossa oder Sóller? Wir können es leider nicht beurteilen, es ist nur sehr schade und traurig. Das wir uns nicht falsch verstehen, wir haben überhaupt nichts dagegen, dass junge Leute feiern und ihr Leben genießen. Nur Sachbeschädigungen, in aller Öffentlichkeit Urinieren, Saufgelage und sich vulgär verhalten gehört (bei den meisten zumindest) schließlich in Deutschland auch nicht zum normalen Verhalten.

IMG_8717Aber zurück zur Nebensaison. Hier haben zu dieser Zeit im Februar fast alle Hotels geschlossen. Offene Restaurants und Bars sind schwer zu finden. Den Strand und die Promenade hat man fast für sich allein. Wir sind ein wenig am Strand spazieren gegangen und wollten uns anschließend gern ein eigenes Bild vom bekannten Bierkönig machen. Dieser hatte nämlich geöffnet und so konnten wir uns diesen mal von innen ansehen. Wer jetzt denkt, dass wir dort auf einige Jugendgruppen getroffen sind, der irrt gewaltig. Es waren nur 2 Rundtische in dem Riesen Komplex mit Herren des mittleren Alters besetzt. Alles war sehr ruhig, abgesehen von der üblichen Beschallung mit Partymusik (heisst die Mutter von Niki Lauda wirklich „Mama Laudaaa“?). Ok, es war Sonntag und gegen 14 Uhr. Trotzdem hatten wir mit mehr Trubel gerechnet. Wir aßen anschließend davor noch eine Bratwurst beim „Grillmeister“ (der einzige der offen hatte, eigentlich wollten wir mal der Melanie Müller „Hola“ sagen aber na ja). Wir gingen anschließend noch die „Carrer del Pare Bartomeu Salvà“ hinauf (Schinkenstraße sagt hoffentlich niemand, oder?) zum Hotel „Riu Playa Park“. Dieses wird gerade abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Laut Berichten der balearischen Tourismusbranche, werden viele Hotels derzeit modernisiert und in höhere Sterne-Kategorien aufgewertet. Auch durch solche Maßnahmen versucht man weiter das Niveau zu erhöhen, was sich natürlich letztendlich auch in den stark gestiegene Hotelpreisen widerspiegelt.

Wieder im Auto, wollten wir uns etwas anschauen, was der Natur der Insel eher IMG_3180gerecht wird. Wir fuhren zum „Cap Blanc“. Da das Gelände zum Leuchtturm verschlossen war, gingen wir rechts vorbei bis zu den Steilklippen. Von hieraus hatten wir einen traumhaften Blick. Auf der Fahrt dorthin ist uns ein weiterer Unterschied zu Hauptsaison aufgefallen. Wir haben nicht einen Reisebus gesehen. Auch waren die Straßen sehr leer. Keine Mietwagen und am Cap Blanc nur ein weiteres Auto auf der Parkfläche. Was muss das für die Einheimischen für eine schöne Zeit sein. Ihre Insel ist endlich wieder ruhig, die Natur kann sich erholen und die Menschen können Abseits vom Trubel tief durchatmen.

Unser Weg führte uns weiter an die traumhaft schöne Cala Pi. Auch hier waren wir noch nie gewesen, hatten aber schon viele tolle Bilder dieser Traumbucht gesehen. Natürlich konnten wir gleich einen Parkplatz finden (in der Hauptsaison ist dies hier sehr schwierig). Im Ort selbst war es sehr ruhig und kaum ein Mensch war zu sehen. Wir gingen die steile Treppe hinab zur Bucht und schon auf den Stufen hatten wir einen sehr schönen Blick nach unten auf das türkisblaue Wasser. Am Strand waren wir dann tatsächlich die einzigen Menschen. Die Sonne hatte die letzten Wolken beiseitegeschoben und so konnten wir fast kurzärmlich (im Februar!) die Stille genießen. Wir setzten uns in den verlassenen Turm des Bademeisters und ließen die herrliche Umgebung auf uns wirken. Wir wissen von Urlaubsbildern und aus Berichten anderer, wie voll es hier im Sommer ist. Wenn ihr in der Nebensaison irgendwann auch mal auf Mallorca seid, schaut euch unbedingt diese wunderschöne Bucht an. So verlassen und exklusiv werdet ihr sie zu keiner Zeit im Sommer vorfinden. Das Licht war herrlich und so machten wir noch eine Vielzahl schöner Bilder. Am liebsten wären wir ewig hier geblieben. Da wir auch hobbymäßig Geocaching betreiben schauten wir in unsere App, ob es hier vielleicht das eine oder andere Versteck gibt. Zu unserer Freude war auf der anderen Seite der Bucht ein kleiner Cache versteckt und so konnten wir noch unsere Kletterkünste unter Beweis stellen. IMG_3219

Da wir es aber bis zu unserem Hotel an der Playa de Muro noch ein Stück hatten, fuhren wir nach gut 2 Stunden an der Cala Pi weiter. Der Routenplaner zeigte uns etwas mehr als eine Stunde Fahrt an. Diese war allerdings traumhaft schön, da zu dieser Jahreszeit die Mandelbäume blühen. Es waren auch sehr wenig Autos unterwegs und so stellten wir kein Hindernis dar, wenn wir wegen der tollen Eindrücke auch mal ein wenig langsamer fuhren. Als wir dann über Can Picafort in Richtung der Playa de Muro entlang kamen, fiel uns schon auf, dass eigentlich alle Hotels verlassen und geschlossen waren. Die Bar´s und Restaurants waren allesamt zu. Als wir letztendlich angekommen waren, überraschte es uns dann doch sehr, dass unser Hotel anscheinend das einzige war was geöffnet hatte. Wir hatten unser Zimmer nur mit Frühstück gebucht, da wir der Meinung waren, jeden Abend in ein anderes Restaurant einzukehren. Also machten wir uns im Zimmer kurz frisch und fuhren wieder zum Abendessen los. Leider war dies ein absoluter Trugschluss. Wir mussten letztendlich bis Port d´ Alcúdia fahren um ein geöffnetes Restaurant zu finden. Und selbst dort schien es das einzige zu sein, was geöffnet hatte. Da wir dort schon einmal im Sommer Urlaub gemacht haben und den Ort aus der Hauptsaison kennen, waren wir sehr überrascht, dass dieser an dem Abend wie ausgestorben war. Keine Menschen auf der Hauptstraße wo die ganzen Geschäfte und Läden sind. Kaum ein Auto war unterwegs und die ganzen Hotels waren geschlossen. Die großen Fensterfronten in den Eingangsbereichen waren mit Papier abgehangen, so dass man leider keinen Blick in die leeren Hotels werfen konnte. An dem Abend beschlossen wir, für die restlichen Tage in unserem Hotel das Abendessen nachzubuchen.

Dies war der 1. Teil von unserem Reisebericht zur Nebensaison. Bleibt uns treu und erfahrt schon bald im 2. Teil in welchem riesen Urlaubsort es besonders gespenstisch war.

Gern würden wir eure Meinung kennen lernen, hinterlasst doch in den Kommentaren eure Erfahrungen. WIR FREUEN UNS DARAUF 😉

 

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